Schwarzkehlchen, Stonechat, Common Stonechat, Saxicola torquata, Tarier pâtre, Traquet pâtre, Tarabilla Común Waldlaubsänger, Wood Warbler, Phylloscopus sibilatrix K wie Küstenseeschwalbe
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Die jahrelange Suche hat sich gelohnt

Seit 2-3 Jahren bin ich im Mannheimer Waldpark auf der Suche nach Hirschkäfern. Ich weiß, dass sie dort vorkommen, da ich immer wieder unter den großen Eichen des Parks Köpfe und Flügeldecken dieser imposanten Käfer gefunden habe. Trotz intensiver Suche zur passenden Jahreszeit und kleinen Tricks (z.B. Bier an den Stämmen ausgebracht, da dies angeblich die Käfer anlocken soll) war es mir nicht vergönnt, ein lebendes Exemplar der Käfer zu finden. Der Große Eichenbock oder Heldbock kommt ebenfalls im Waldpark vor. Diesen hatte ich immerhin bereits letztes Jahr während einer Nachtexkursion im Rahmen des Mannheimer Tags der Artenvielfalt schon einmal live erlebt. Da er seltener ist als der Hirschkäfer, habe ich es allerdings gar nicht erst versucht, ihn alleine zu finden.

Diesen Mai war ich relativ oft im Waldpark unterwegs, und entdeckte dabei eine Eiche, die immer wieder von Hornissen angeflogen wurde. Ich beobachtete dieses Treiben eine Weile und sah, dass sie immer die gleiche Stelle anflogen; es musste sich hierbei um eine sogenannte Saftlecke handeln. Sofort kam mir der Gedanke, dass diese Stelle auch für Hirschkäfer sehr interessant sein müsste – wenn sie denn erst mal da sind. Die Hauptflugzeit der Hirschkäfer beginnt laut Literatur Ende Mai – ich wollte also zu dieser Zeit noch einmal an dem Baum vorbeischauen.

Mitte Mai hatte ich mir ein neues Makro mit Bildstabilisator gekauft. Dieses wollte ich natürlich ausprobieren und so bin ich am 24. Mai nach der Arbeit in den Waldpark gefahren, um nach Motiven zu suchen. Da ich mir nichts versprach und sowieso den Bildstabilisator mal testen wollte, verzichtete ich darauf, das Stativ mitzunehmen. Und es kam, wie es kommen musste. Als ich nach einiger Zeit an den Baum mit der Saftlecke kam, sah ich als erstes den Kopf eines männlichen Hirschkäfers auf dem Boden liegen; sie waren also bereits unterwegs. Wieder sah ich eine Hornisse, die in Richtung Saftlecke flog, aber dann plötzlich abdrehte. Den Grund hierfür entdeckte ich bei genauerem Hinsehen: Ein weiblicher Hirschkäfer hatte sich in den Rindenspalt gedrückt und leckte den Eichensaft. Meine Freude war riesengroß, doch schon bereute ich, das Stativ nicht mitgenommen zu haben. Beim Absuchen des Stamms nach möglichen weiteren Käfern entdeckte ich auf dem Boden einen weiblichen Heldbock – dies musste mein Glückstag sein.
Beim Auspacken meiner Ausrüstung merkte ich dann, dass mein Kabelfernauslöser noch im anderen Fotorucksack daheim lag – gute Vorbereitung ist alles 😉 Trotz dieser Widrigkeiten (und wohl auch dank IS) gelang es mir, genug scharfe Bilder der beiden Käferarten zu machen.

Da ich anschließend für eine Woche in Urlaub war, konnte ich nicht noch einmal nach den Käfern schauen, doch wenn sich in den nächsten Tagen die Sonne mal wieder zeigt, werde ich erneut mein Glück versuchen – diesmal mit der vollständigen Makroausrüstung 🙂